Live-Poker: Cashgames und Turniere
Ich war mehrfach dort, wirklich über einen längeren Zeitraum verteilt. Nicht nur ein netter Abend im Urlaub, sondern verschiedene Besuche, andere Tage, andere Stimmung. So hat sich für mich klar gezeigt: Das Pokerangebot teilt sich im Wesentlichen in zwei Bereiche. Zum einen Cashgames, bei denen Spieler direkt gegeneinander antreten. Zum anderen regelmäßig angesetzte Turniere mit fester Struktur. Gespielt wird als Variante Texas Hold’em und Omaha Pot Limit. Wer lieber klassisch “gegen die Bank” antreten will, findet mit Ultimate Texas Hold’em noch eine dritte Möglichkeit, die auf der Website der Spielbank separat hervorgehoben wird.
Die Tische im Bereich des klassischen Spiels öffnen offiziell täglich ab 14:30 Uhr, der eigentliche Spielbeginn liegt nach allem, was ich vor Ort und online gesehen habe, bei etwa 15:00 Uhr. Sonntags bis donnerstags läuft der Spielbetrieb in der Regel bis 3:00 Uhr morgens, freitags und samstags ist nach meinen Erfahrungen gegen 4:00 Uhr Schluss. Die Automaten - also Slotmaschinen, Video Poker und elektronische Blackjack-Varianten - sind früher dran und starten schon um 12:00 Uhr.
| Spielbereich | Öffnung | Schließung So-Do | Schließung Fr-Sa |
|---|---|---|---|
| Automatenspiel | 12:00 Uhr | 04:00 Uhr | 04:00 Uhr |
| Klassisches Spiel inkl. Poker | 14:30 Uhr | 03:00 Uhr | 04:00 Uhr |
| Restaurant | 18:00 Uhr | variiert | variiert |
| Lounge | 22:00 Uhr | geschlossen | ca. 04:00 Uhr |
Hinter dem Betrieb steht die François-Blanc-Spielbank GmbH, die diese Spielbank mitten im Kurpark von Bad Homburg vor der Höhe betreibt. Der Name geht auf François Blanc zurück, der im 19. Jahrhundert für die Entwicklung des Hauses eine wichtige Rolle gespielt hat. Es handelt sich um eine der traditionsreicheren Spielbanken in Deutschland, mit entsprechendem Selbstverständnis. Wichtig, weil es immer wieder verwechselt wird: Sie hat nichts mit dem Casino Homburg im Saarland zu tun. Trotz ähnlichem Namen sind das zwei komplett getrennte Adressen.
Erstbesuch am Pokertisch - was wirklich zählt
Den gesamten Ablauf habe ich selber durchgespielt, inklusive kleiner Umwege. Deshalb hier nur das, was für den ersten Pokerabend tatsächlich entscheidend ist.
Anreise: Die Spielbank sitzt an der Kisseleffstraße 35, 61348 Bad Homburg vor der Höhe, direkt im Kurpark. Die Lage wirkt auf den ersten Blick etwas mondän, praktisch ist sie trotzdem. Parkplätze gibt es in der Umgebung, an stärkeren Wochenendabenden wird es aber gern mal knapp. Dann muss man ein paar Minuten mehr einplanen.
Ohne gültigen Ausweis läuft nichts. Zutritt gibt es erst ab 18 Jahren, und zwar nur mit Personalausweis oder Reisepass. Kein Dokument bedeutet schlicht keinen Einlass, egal wie weit man gefahren ist. Das ist keine Schikane, sondern wird sehr konsequent durchgezogen.
Eintrittskarte kaufen: Direkt an der Kasse entscheidet man sich für eine Tageskarte, eine 4-Tages-Karte, eine Monats- oder Jahreskarte. Wer nur einen Abend reinschnuppern will, nimmt die Tageskarte. Ich habe schnell gemerkt: Für alle, die öfter vorbeischauen, rechnet sich die Monatskarte deutlich besser - dazu gleich noch etwas mehr.
Kleiderordnung beachten: Im Bereich des klassischen Spiels inklusive Poker gilt mindestens “Smart Casual”. Also ordentlich, aber nicht steif. Sportsachen, Jogginghosen oder Badeschlappen passen nicht ins Bild. Ich habe es einmal etwas zu locker genommen und wurde dann freundlich, aber doch sehr klar auf den Dresscode hingewiesen. Seitdem denke ich vorher kurz über die Schuhe nach.
Orientierung im Haus: Nach dem Check-in führt der Weg zunächst durch den Automatenbereich mit Slots und elektronischem Spiel. Der klassische Spielsaal mit den Pokertischen liegt leicht versetzt, beim ersten Besuch muss man kurz schauen, wo genau der Eingang ist. Nach dem zweiten Abend findet man den Weg aber im Halbschlaf.
Am Pokertisch anmelden: Freie Plätze an den laufenden Cashgame-Tischen fragt man direkt beim Servicepersonal oder an der zuständigen Position im klassischen Spiel an. Bei Turnieren habe ich gemerkt: Einfach spontan aufkreuzen ist nicht immer ideal. Eine vorherige Anmeldung ist deutlich stressfreier - telefonisch unter +49 6172 17010 oder per E-Mail an [email protected].
Chips kaufen: Entweder direkt am Tisch oder über die Kasse, das hängt vom genauen Tischformat ab. Wer zum ersten Mal da sitzt, fragt einfach kurz nach, das ist absolut üblich. Das Personal erklärt den Ablauf ohne großes Theater.
Eintrittsmodelle und Kosten
Die Preisstruktur wirkt auf den ersten Blick simpel, und im Kern ist sie das auch. Wer nur ab und zu vorbeikommt, zahlt 2,50 Euro pro Tag. Für alle, die regelmäßig im Monat spielen möchten, wird es mit der Monatskarte günstiger: 30 Euro pauschal, was ungefähr zwölf Einzeltagen zum Preis von zehn entspricht.
| Kartentyp | Preis | Empfohlen für |
|---|---|---|
| Tageskarte | 2,50 Euro | Gelegenheitsbesucher |
| 4-Tages-Karte | 7,50 Euro | Kurzurlaub oder Wochenende |
| Monatskarte | 30,00 Euro | Regelmäßige Spieler |
| Jahreskarte | 90,00 Euro | Stammgäste |
Der gezahlte Eintritt gilt immer für die komplette Spielbank. Man hat damit Zugang sowohl zum Automatenbereich als auch zum klassischen Spiel mit Poker, Roulette, Blackjack & Co. Es handelt sich nicht um eine zusätzliche Spielgebühr am Tisch, sondern um eine Art Hauspauschale für den Zutritt. Das klingt nach einem Detail, ist aber für neue Gäste nicht sofort selbsterklärend und führt manchmal zu Missverständnissen.
Ein Tipp aus eigener Praxis, der über dieses Haus hinausgeht: Wer häufiger in Casinos unterwegs ist, fährt entspannter, wenn er zwei Ausweise dabeihat. Pass und Personalausweis oder eine andere gültige Kombination. Abgelaufene Dokumente werden oft und zu Recht nicht akzeptiert, und dann steht man im Zweifelsfall vor verschlossener Tür, obwohl man eigentlich alles richtig geplant hatte.

